100 Jahre Freiwillige Feuerwehr Pürbach
Die Gründung der
Freiwilligen Feuerwehr Pürbach
im Jänner 1902 geht auf
einen Gemeinderatsbeschluß vom 29. Sept. 1901 zurück.
Die Gründungsversammlung fand am 6. Jänner 1902 statt.
Nach knapp
einem halben Jahr war die FF Pürbach unter ihrem ersten
Kommandanten, VS-Direktor Karl Graf, einsatzbereit. Die Ausrüstung
und
eine Spritze waren beschafft,
und die Wehr wies einen Gründungs-
Mannschaftsstand von 32 Aktiven und 26 unterstützenden Mitgliedern auf.
Doch schon
vor der Weihe, am 4. Juli 1902 kam die Spritze bei zwei
Bränden (Ehrenhöbarten und Stölzles)
zum Einsatz. In diesem Jahr gab es
noch weitere Ausrückungen zu Bränden in Edelprinz
(10. Juli), Kirchberg (17.
Juli), Seyfrieds
(17. Juli)
und Lang Schwarza (20. August).
Im selben Jahr wurde auch das
Gerätehaus erbaut.
In den nächsten Jahren
blieb Pürbach von Bränden verschont, es gab jedoch
immer wieder Ausrückungen zu Bränden in den umliegenden Ortschaften.
Besonders erwähnenswert
ist dabei
der große Brand in Lang Schwarza im
Jahre 1915, bei dessen Bekämpfung
neben 30 anderen Feuerwehren auch
die FF Pürbach
eine tragende Rolle spielte, und etliche Häuser vor dem
Abbrand bewahrte.
Am 15. April 1916 galt es, einen
mit Baumwolle beladenen Waggon am
Bahnhof zu löschen.
Am 10. Jänner
1923 wurde ein Zimmerbrand in Haus Nr. 3 erfolgreich
bekämpft.
Im Mai 1923 wurde ein mit
Stroh beladener Waggon am
Bahnhof, und der brennende
Rauchfang des Hauses Nr. 27
gelöscht.
Dazwischen wurde
immer wieder zu Bränden in Nachbarortschaften
bzw. zu Waldbränden
zwischen Pürbach und Hoheneich ausgerückt.
Im Mai 1928 wurde die erste Motorspritze von der Fa. Rosenbauer
angekauft, und am 8. Juli geweiht. Spritzenpatin war
Fr. Bauer aus Pürbach
7. Den ersten Einsatz
mit dieser Motorspritze gab es am 30. August
1929 in
Niederschrems.
Anfang November 1929 wurde der Bau
des Wasserreservoirs hinter Haus
Nr. 8 begonnen.
In der Vollversammlung
im Jahr 1931 beschloß man den Bau eines
Schlauchturmes.
Im April 1932 wurde ein
Mannschaftswagen angekauft.
Am 9. Mai brannte
die Holzzerkleinerungsbaracke oberhalb
des
Steinplatzes, wo sich heute
der Sportplatz befindet.
Im Jahr
1938 verstarb der damals ausübende Kommandant Anton Brunner
bei der Feldarbeit, und sein Stellvertreter Johann Binder
übernahm die
Führung der Feuerwehr Pürbach.
Am 1. April 1945 wurde ein Ölzug
von amerikanischen Tieffliegern
beschossen. Einige Waggons gerieten in Brand, und wurden von
der FF
Pürbach gelöscht.
Nach etlichen Wirrnissen
während und nach dem 2. Weltkrieg wurde am 1.
Dezember 1946 die Wehr neu gegründet.
1949 wurde das erste Auto (ein Dodge aus Besatzungsbeständen) gekauft,
welches nach umfangreichen Reparaturarbeiten 1952 in Dienst gestellt
wurde.
Russische Soldaten
verursachten während der Besatzungszeit im Bereich
des Höllteiches
immer wieder Waldbrände, welche es zu bekämpfen
galt.
Im Jahr
1962 wurde ein neues Auto (Ford Transit) und eine
neue
Motorspritze (TS/8 VW) angeschafft und am 4. August 1963 bei
einem Fest
am "Kreidberg" trotz Hagel und Gewitter geweiht.
Die Aufstockung des Gerätehauses
und Umbau als
Gemeindehaus erfolgte
1967.
Im selben
Jahr trat die erste Wettkampfgruppe unter Walter Binder in
Ullrichs bei
den Bezirkswettkämpfen an und erreichte
den 8. Platz
von 16 Wehren.
In den Jahren 1969 und 1970 gab es erste Erfahrungen
mit den neuen
Funkgeräten.
Die ersten goldenen
Leistungsabzeichen wurden durch Walter Binder und
Josef Betz im Mai 1970 erworben
1974 wurde die Strahlenschutzgruppe
für den Bezirk Gmünd in Pürbach
installiert, und wurde auch nach
den Ereignissen von Tschernobyl an der
Grenze zu Strahlenmessungen
eingesetzt.
Am 10. Juli
1975 kam es durch Blitzschlag zu einem Scheunenbrand
bei
Haus Nr. 25 (Mies) bei dem
die Tiere gerettet und ein Weitergreifen des
Brandes verhindert werden
konnte. Im
selben Jahr waren aufgrund heftiger
Regenfälle und daraus
folgender Überschwemmungen viele
Auspumparbeiten notwendig.
Am 1. September 1977 kam es ebenfalls
durch Blitzschlag zu einem
Scheunenbrand bei Haus Nr.
10 (Binder). Es entstand großer
Sachschaden,
doch konnten die Tiere und ein Übergreifen auf die Wohn- bzw. Nachbar-
gebäude verhindert werden.
Das derzeitige
Einsatzfahrzeug (KLF VW LT35) wurde
1980 beschafft und
mit der Autopatin Johanna Braunstein im Rahmen
eines Feuerwehrfestes
geweiht.
Am 5. Juli
1980 wurde die Wehr zu einem Brand in der Lagerhauswerkstätte
gerufen, der jedoch schnell
gelöscht werden konnte.
Mitte 1982 erfolgte der
Umbau des ehemaligen Milchkühlhauses zu einer 2.
Garage für das alte Löschfahrzeug, welches als
Strahlenschutz- und
Kommandofahrzeug weiterverwendet wurde.
Aufgrund technischer
Probleme und übermäßig hoher Reparaturkosten der
damaligen Tragkraftspritze wurde 1984 eine neue Pumpe
(VW TS/12)
angeschafft.
Am 21. November 1985 brannte aus unbekannten
Gründen die Jagdhütte
des damaligen
Jagdpächters Franz Thalhammer
beim Reitteich vollständig
nieder. Ein Übergreifen auf den angrenzenden Wald konnte jedoch
verhindert werden.
1988 begannen die Brandsicherheitsdienste
am damaligen Festspielhof,
heute Waldviertler Hoftheater. Nach dem Motto "Unsere Freizeit für Ihre
Sicherheit" sind bei
jeder Veranstaltung mindestens 2 Feuerwehrmitglieder
zur Kontrolle vor und nach der Veranstaltung sowie zur Überwachung
derselben eingeteilt. Die FF Pürbach leistet dafür jährlich
ca. 700 - 800
freiwillige Einsatzstunden.
1989 wurde ein
NISSAN Prairie gebraucht vom
Roten Kreuz als Ersatz für
den mittlerweile
unbrauchbar gewordenen Ford
Transit gekauft und
in
Eigenleistung für FF-Zwecke adaptiert.
In diesem Jahr wurde Pürbach
wieder von heftigen Regenfällen heimgesucht.
Umfangreiche Auspumparbeiten,
(unter anderem im Lagerhaus) waren
erforderlich.
1990 begannen die Arbeiten
am Zubau zum Feuerwehrhaus und wurden
1991 abgeschlossen. Damit steht eine
gut eingerichtete Kanzlei mit Telefon,
Fax und Computer zur Verfügung,
und daneben einen Mannschaftsraum,
welcher für Übungen und Schulungen, sowie zur Erholung
nach Einsätzen
bzw. Übungen aber auch zur
Kameradschaftspflege verwendet
wird.
Am 3. November des Jahres 1990 kam es zu einem
Dachstuhlbrand im
Haus Nr. 30.
1992 starb unser
langjähriger Kommandant
Johann Binder durch einen
tragischen Unfall im 64. Lebensjahr
und wurde mit allen Ehren
zu Grabe
getragen.
Am 1. August 1994 brannte ein Mähdrescher
am Kobelberg. Mit Unter-
stützung einiger Nachbarfeuerwehren gelang es den Mähdrescher
sowie das Haferfeld zu
löschen und ein Übergreifen auf den nahen Wald
zu verhindern.
Seit 1995 sind auch Frauen bei der Feuerwehr Pürbach. Die erste
Einsatzmöglichkeit (Feuertaufe)
ergab sich bei einem Brand in
Kottinghörmanns.
Im Jahr 1995 brannte
auch eine Diesellok im Bahnhofsbereich.
Im Jahr
1997wurden umfangreiche Umbauarbeiten
am Feuerwehrhaus
durchgeführt und zwar: entfernen des beschädigten Garagenbodens und neu
betonieren, Erneuerung des ebenfalls schon sehr angegriffenen
Daches und
Erhöhung des Schlauchturmes.
Im Jahr 2001 stirbt
völlig unerwartet OBM Betz
Josef. Er war auch über
unsere Wehr hinaus lange
Jahre als Bezirkssachbearbeiter für gefährliche
Stoffe tätig und bekannt.
In den letzten Jahren
gab es im Raum Pürbach keine
nennenswerten Brände,
aber immer wieder Einsätze
in der Umgebung.
Der Mitgliederstand
der FF Pürbach umfasst im Jahre
des 100-jährigen
Bestehens (2002) 37 Aktive und 10 Reservisten.